{"id":253,"date":"2012-05-23T18:11:00","date_gmt":"2012-05-23T18:11:00","guid":{"rendered":"https:\/\/chrigiz.wixsite.com\/gotohaneda\/post\/2012\/05\/23\/tief-verwurzelte-geschichten"},"modified":"2026-09-04T12:47:45","modified_gmt":"2026-09-04T12:47:45","slug":"tief-verwurzelte-geschichten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gotohaneda.com\/?p=253","title":{"rendered":"&#8220;The Witcher&#8221; und Folklore: Tief verwurzelte Geschichten"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter is-resized has-custom-border\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/gotohaneda.com\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/dd22cb_364272d02e68442a90b36a8750524c9dmv2.jpg\" alt=\"\" style=\"border-top-left-radius:22px;border-top-right-radius:22px;border-bottom-left-radius:22px;border-bottom-right-radius:22px;width:789px;height:auto\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"> <strong>ESSAY Einige Gedanken und Worte zu den Witcher-Spielen, vor allem aber zum Umgang mit Folklore in Computerspielen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das polnische Rollenspiel The Witcher 2 ist j\u00fcngst f\u00fcr Heimkonsolen erschienen. Ich habe es bereits letztes Jahr anl\u00e4sslich seiner Erstver\u00f6ffentlichung auf dem PC besprochen und bin nicht davor zur\u00fcck gescheut, es als \u201cwichtig\u201d zu bezeichnen. Dabei bleibe ich: Es ist wichtig, dank seiner \u201cNo Bullshit\u201d-Attit\u00fcde, mit der sich die Entwickler gerne und zurecht br\u00fcsten: The Witcher 2 geh\u00f6rt nicht nur zu den wenigen Spielen, die es wagen, den Spieler narrativ zu fordern \u2013 es traut sich auch, seinen Helden zu \u00fcberfordern, und steht damit beinahe allein da im Reich der Power-Phantasie. Wenn das Spiel trotz aller pubert\u00e4rer Sp\u00e4\u00dfe und eskapistischer Fantasyanwandlungen das Wort \u201emature\u201c verdient, dann in diesem Sinn.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Witcher ist nicht der ritterliche Fantasy-Heldenarchetyp; vielmehr \u00e4hnelt er dem Revolverhelden des Sp\u00e4twesterns, der seine pers\u00f6nliche Vendetta verfolgt und sich auf dem Weg dahin eventuell \u00fcberzeugen l\u00e4sst, das eine oder andere Problem mit aus dem Weg zu r\u00e4umen. W\u00e4hrend er jedoch hier und dort Brandherde l\u00f6scht, \u00fcberrollen ihn die Ereignisse wie eine Feuerwalze. In beiden Witcher-Spielen findet sich der Spieler in der Titelrolle wieder im Zentrum eines doppelten Konflikts (einer mystisch, der andere realpolitisch), der so komplex ist, dass er nur gest\u00fctzt auf das extrem unterhaltsam geschriebene Spiel-Kompendium nachvollzogen werden kann. Und nur sehr bedingt beeinflusst: One man is never enough, denn Einfluss auf die Welt zu haben hei\u00dft nicht, sie nach seinem Willen gestalten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Tom Bissell, einer der besten Journalisten, der sich mit Computerspielen auseinandersetzt, hat sich das Spiel  k\u00fcrzlich ebenfalls angesehen und fand nichts von alledem \u2013 oder sonst etwas von Interesse. Ein harsches Urteil. Doch Bissells Kritik am Spiel ist breit abgest\u00fctzt und, wie er offen zugibt, sehr pers\u00f6nlich. Letztlich l\u00e4uft sie darauf hinaus, dass sich das Spiel unn\u00f6tig sperrig gibt: das Interface scheint nicht f\u00fcr die menschliche Motorik gemacht, Spielerf\u00fchrung gibt es kaum, und wenn, dann h\u00f6chstens in die Irre. Damit spricht Bissell einige der Schwachpunkte an, die selbst von Liebhabern des Spiels unter wiederk\u00e4uenden Lopreisungen gemurmelt werden. Doch sind sie nicht der eigentliche Grund f\u00fcr Bissells vernichtendes Urteil \u2013 sein Problem ist es, dass nichts im Spiel ihn f\u00fcr diese Unzul\u00e4nglichkeiten entsch\u00e4digt hat. Bissell h\u00f6rte zwar (von Leuten wie mir), dass das Spiel f\u00fcr die Geschichte spielenswert sei\u2026 aber genau diese wirkte auf Bissell in den ersten Stunden absolut stromlinienf\u00f6rmig und bar jeden lokalen Charakters \u2013 das Kriterium, das Metro 2033 zu Bissells Lieblingsspiel von 2010 gemacht hat:\n <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\n      <i>The Witcher novels are apparently heavily grounded in Slavic mythology, but nothing I saw in The Witcher 2 felt at all distinctly Slavic, other than the low-hanging fruit of a Russian-accented, vodka-drinking troll.<\/i>\n    <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass Bissell f\u00fcr sein dreistes Urteil mit einem donnernden Hasshagel bestraft wurde, war im auf Selbstbest\u00e4tigung bedachten Klima der Game-Kultur zu erwarten. Wohlan denn, speuet auch auf mich, Verteidiger des Metacritic-Stores, denn ich reiche Bissell meinen Schirm und verk\u00fcnde: CD Project haben vielleicht die alte Tolkien-Ausgabe aus dem Regal genommen und auf das staubfreie Rechteck George R. R. Martin gestellt. Doch wie sehr dies The Witcher 2 innerhalb des Genres auch adeln mag \u2013 im Vergleich zu einem anderen Spiel f\u00e4llt es in Sachen Sch\u00f6pfungskraft streckenweise doch steil ab: Seinem Vorg\u00e4nger. \u00dcber den ich notabene geschrieben habe, dass man ihm eine Art von Beachtung schenkt, wie man sie zwei beim Feiglingspiel in Flammen aufgehenden Piloten entgegenbringt: Mit erhobener Augenbraue angesichts des Scheiterns, aber einem Heidenrespekt vor dem Versuchten. Entscheidend aber ist: f\u00fcr eine kurze Weile \u00fcberstrahlt der Respekt alles andere.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/gotohaneda.com\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/dd22cb_c14277e979d84fc4abd0a547e7d69479mv2.jpg\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie l\u00e4\u00dft sich sogar genau bezeichnen: Es ist jene Strecke, die quer durch das vierte Kapitel des ersten Witchers verl\u00e4uft, einer K\u00fcstenlinie entlang, durch einen Wald hindurch, und hin zu einem von allen menschlichen und unmenschlichen Unbilden heimgesuchten Dorf. Zwischen der K\u00fcste und diesem Dorf aber finden sich majest\u00e4tische, wogende Kornfelder. Herrgott, diese Kornfelder! Sie sind der Grund, warum der erste Auftritt des Witchers in meiner Erinnerung lebhaft wie eine Schimmelpilzkolonie auf feinster Gro\u00dfmutterkonfit\u00fcre fortexistiert, w\u00e4hrend die Erinnerungen an den zweiten Teil bereits jetzt zu einem verschwommenen, wenn auch kunstvollen Prisma pr\u00e4chtiger Bilder zerlaufen sind. An Tagen, an denen ich Konfrontation suche wie ein Tanzb\u00e4r den Schalter der Herdplatte unter seinen F\u00fc\u00dfen, behaupte ich sogar: Diese Felder sind das Beste, was dem Rollenspielgenre in Jahren passiert ist. Nicht nur, dass die \u00c4hren darin so proppevoll sind, dass sie ohne weiteres f\u00fcr Jahrzehnte Brot f\u00fcr die Welt\u00a9 bereitstellen k\u00f6nnten. Die Felder sind auch ein extrem fruchtbarer Boden f\u00fcr das, was Bissell im zweiten Witcher vergebens gesucht hat: Eine Fantasie, die nicht von den Visionen englischsprachiger Zusp\u00e4tromantiker zehrt, sondern dem lokalen Sagenschatz der Heimat der Entwickler. Bekenntniszeit: Ich komme aus einer Gegend, die in einer fruchtbaren Mischung aus heidentumf\u00f6rdernder Abgeschiedenheit und standhaftem Katholizismus eine Sagenwelt hervorgebracht hat, so reich in ihrer verwinkelten Morbidit\u00e4t, dass Tolkien mit ihr konfrontiert seinen Original-Vintage-G\u00e4nsekiel-Walter-Scott-Edition zerbrochen h\u00e4tte, sein Hemd zerrissen und mit klagender Stimme gen Himmel geschworen h\u00e4tte, nie wieder einen Bogen Pergamentpapier anzufassen. In seiner Sagenwelt grenzt dieses Bergtal aber durchaus an Polen. Es gen\u00fcgt, sich einmal im polnischen Hinterland bewegt zu haben oder die dort entstehende Literatur zu lesen (Andrzej Stasiuk. Menschheit, lies Stasiuk!), um zu verstehen, dass diese Gegenden eines teilen: Ihre Sagen fr\u00f6nen bis heute eine verw\u00e4sserte, aber unverkennbar vitale Existenz. Ich kenne Leute aus meiner Generation, die gewisse Stra\u00dfen zu bestimmten Uhrzeiten meiden, um nicht einer Prozession der dort verkehrenden toten Seelen in die Quere zu kommen. Ich kenne noch einige Leute mehr, die keinerlei Grund daf\u00fcr sehen w\u00fcrden, an der Zurechnungsf\u00e4higkeit dieser Person zu zweifeln. Religi\u00f6ser Glauben, Sagen, Ger\u00fcchte und Pulp-Fantasy waren in meiner Kindheit und Jugend ein unentwirrbares, bestrickendes Kn\u00e4uel, und ich erkenne ihre schiere poetische und metaphorische Wucht auch heute noch an, da ich l\u00e4ngst gelernt habe, Atheismus schick zu finden. Insofern ist es f\u00fcr mich v\u00f6llig unverst\u00e4ndlich, dass CD Project nicht mehr auf diesen Sagenschatz zur\u00fcckgreifen. Zumal sie es im ersten Witcher-Spiel zumindest ansatzweise taten. Ob dies in Anlehnung an Sapkowskis Roman-Vorlage geschah oder auf Eigeninitiative von CD Project, ist unerheblich. Fest steht: Das vierte Kapitel des ersten Witchers gibt eine Ahnung davon, was mit einer Umarmung der unendlich reichen, unendlich seltsamen und von universellem Halbwissen und Ahnungen getr\u00e4nkten Sagenwelt gewonnen w\u00e4re. Das vierte Kapitel verfrachtet den Witcher unvermittelt in ein K\u00fcstengebiet, das angesichts seiner Abgeschiedenheit genauso gut eine Insel sein k\u00f6nnte. Der Bruch der geographischen Kontinuit\u00e4t ist auch einer der narrativen: Wie Gerald dorthin ger\u00e4t, warum er dorthin ger\u00e4t, ist ohne Konsequenz. Das vierte Kapitel ist eine krude Bemerkung \u00fcber die Mutter der Drei-Akt-Struktur und ihre Vorlieben f\u00fcr Zwergenpenisse, ein narrativer Umweg. Aber der Umweg zu dieser isolierten Welt scheint die Entwickler auch befreit zu haben. Ein Blick auf die Fauna dieser Biosph\u00e4re gen\u00fcgt: An den K\u00fcsten verstecken sich Elfenfl\u00fcchtlinge aus der Alten Welt vor Fischm\u00e4ulern, die gurgelnde Akzente hervorsto\u00dfen. Die Dorfbewohner sind machtlos gegen\u00fcber einem Volk pixelhoher Koboldwesen, die Nacht f\u00fcr Nacht den Bau einer Br\u00fccke sabotieren und nur mittels eines Katzenharnisches beruhigt werden k\u00f6nnen. Raketenw\u00fcrmer pfl\u00fcgen sich durch den Boden, w\u00e4hrend in Ruinen, deren Herkunft niemanden zu interessieren scheint, Geister mit W\u00fcrfelbechern warten. In der Nacht werden die Felder heimgesucht von geschw\u00fclstigen Nekrophagen, die sch\u00e4ndlicherweise der einzige Versuch sind, der Langt\u00fcttin in diesem Medium Gestalt zu verleihen. Und \u00fcber allem schwebt bedrohlich die Wilde Jagd, eine der d\u00fcstersten und faszinierendsten Ausgeburten der europ\u00e4ischen Sagenwelt, die zentral ist f\u00fcr die Geschichte des Witchers, aber im zweiten Teil zum H\u00f6rensagen degradiert wurde. In den Feldern des vierten Kapitels kommt es dagegen nach langem und heftigem Vorausschatten endlich zu einer Konfrontation mit dieser vielgestaltigen Allegorie aller zerst\u00f6rerischen Kr\u00e4fte der Natur und Psyche. (Dass das Spiel mit dem Wesen des Sagenhaften vertraut ist, zeigt sich im \u00dcbrigen nur schon daran, dass in dieser Auseinandersetzung die korrekte Durchf\u00fchrung eines Rituals wichtiger ist als das Schwert.)<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/gotohaneda.com\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/dd22cb_6e7b60be99df4acfb8b334362adeaf38mv2.jpg\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einige der diese Kornkreise bewohnenden Gestalten sind Gemeine Wald- und Wiesenfantasybewohner. Die entscheidende Differenz ist aber: dass sie im Witcher Teil einer Lebenswelt sind. Sie interagieren, und sei es nur als Hintergrundgeschichte, mit den Menschen, die sich zwischen ihnen angesiedelt haben, Menschen, die sich \u00fcber diese Wesen Geschichten erz\u00e4hlen oder sich mit ihnen anlegen. Es ist ein Wechselspiel, das diese Welt, so fantastisch sie auch gezeichnet ist, glaubhaft und belebt erscheinen l\u00e4\u00dft. Im zweiten Spiel ist davon wenig \u00fcbrig: Ein Blick auf die Monsterkompendien beider Spiele zeigt, dass im zweiten Witcher nicht nur deutlich weniger unterschiedliche Lebewesen vorkommen, sondern dass diese auch ungleich n\u00e4her beim Einfallsreichtum eines Dragon Age sind. Immerhin scheinen sie nicht v\u00f6llig willk\u00fcrlich platziert: Harpyien, Insektenwesen und was da sonst noch kreucht und fleucht, haben ihre spezifischen Lebensr\u00e4ume. Doch sind sie darin relativ allein. Sie finden kaum Erw\u00e4hnung in den Kneipen der humanoiden Siedlungen, oder h\u00f6chstens als Objekt in einem \u201eGehet hin und t\u00f6tet\u201c-Satz. Sie sind keine Bewohner eines Lebensraums, sie sind Fremdk\u00f6rper\u2026 Monster. Dass dies auch anders geht, zeigt eine der sch\u00f6nsten Mikro-Geschichten, die in der Witcher-Saga zu finden ist, \u201eThe Heat of The Day\u201c, die das gesamte vierte Kapitel durchwebt: Murky Waters, besagtes Dorf und die einzige menschliche Siedlung im K\u00fcstengebiet, ist, wie D\u00f6rfer dies an so an sich haben, enorm aufgew\u00fchlt angesichts eines f\u00fcr lokale Verh\u00e4ltnisse gro\u00dfen Ereignisses: Der B\u00fcrgermeister will seine Tochter mit einem reichen Kaufmann verm\u00e4hlen. Der ist der jungen Braut ergeben, die sich ihrerseits aber lieber t\u00e4glich zur Mittagsstunde mit ihrem Liebhaber in einem Brombeerhain zum Sch\u00e4ferst\u00fcndchen trifft; die Schwester der Braut beobachtet dies eifers\u00fcchtig, da sie ihrerseits heimlich den k\u00fcnftigen Br\u00e4utigam und (weniger heimlich) die Aufmerksamkeit liebt. So weit, so Shakespeare im Park. Au\u00dfergew\u00f6hnlich aber ist der Fortgang der Geschichte: Im Laufe des Kapitels verschwindet die Braut pl\u00f6tzlich, und Geralt wird beauftragt, sie zu finden. Schlie\u00dflich findet er sie, in den Feldern unweit des Brombeerhains, im Brautkleid tanzend in der Mittagshitze: Sie ist tot, und sie wei\u00df es nicht. Die Details sind hier alles: Diese Braut sucht \u2013 ganz Katholizismus \u2013 den Ort heim, an dem sie ges\u00fcndigt hat und an dem eine noch gr\u00f6\u00dfere S\u00fcnde an ihr begangen wurde, als Symbol, dazu verdammt, auf ewig das an diesem Ort begangene Unrecht anzuzeigen, oder jedenfalls, bis sie erl\u00f6st wird. (Als dies dem Witcher schlie\u00dflich gelingt, stellt er fest: \u201eI solve human problems, not always using a sword.\u201c) Und es ist ebenso entscheidend, dass die Braut nicht irgendeine \u00fcbernat\u00fcrliche Erscheinung ist, sondern ein Elementargeist, der nichts, aber auch gar nichts zu tun hat mit den \u00fcblichen Wasser- und Erdkl\u00f6tzen gleichen Namens, die mit dem generischen Fantasy-Magier Hol-das-St\u00f6ckchen spielen. Dieser Geist hier ist eine Verk\u00f6rperung eines gebrandmarkten Orts und des ihn beinhaltenden Lebensraums, eine Allegorie der Kr\u00e4fte, die diesen Raum und alle seine Bewohner dominieren. Und, zugleich, ein Mensch. Werasethakul w\u00e4re stolz: Die Grenzen zwischen der Welt der Geister und der Lebenden, sie ist flie\u00dfend geworden, alle nat\u00fcrlichen und \u00fcbernat\u00fcrlichen Wesen sind nichts anderes als Bilder in einem Spiegel, mit dem Land, das sie ankert, als dessen Rahmen: Metaphern, die so viel mehr beinhalten k\u00f6nnen als Schadenspunkte und das Potential f\u00fcr k\u00fcnftige Powermetal-Cover. Das hier ist die weltensch\u00f6pfende und -erkl\u00e4rende Kraft der Sage, die so wenigen Leuten bewusst zu sein scheint. Eine kurze Strecke, ein Kapitel lang, schienen CD Project davon zu wissen. Ein Wissen, dass man ihnen \u2013 und so vielen anderen Designern \u2013 mit der Hardcover-Ausgabe von Leander Petzoldts Kleines Lexikon der D\u00e4monen und Elementargeister sanft wieder einpr\u00fcgeln sollte. Ich biete bereitwillig das Buch \u2013 bietet mir jemand bereitwillig die Hand?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">  <br>\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p> ESSAY Einige Gedanken und Worte zu den Witcher-Spielen, vor allem aber zum Umgang mit Folklore in Computerspielen.<\/p>\n<p>Das polnische Rollenspiel The Witcher 2 ist j\u00fcngst f\u00fcr Heimkonsolen erschienen. Ich habe es bereits letztes Jahr anl\u00e4sslich seiner Erstver\u00f6ffentlichung auf dem PC besprochen und bin nicht davor zur\u00fcck gescheut, es als \u201cwichtig\u201d zu bezeichnen. 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