{"id":48,"date":"2014-12-03T18:41:00","date_gmt":"2014-12-03T18:41:00","guid":{"rendered":"https:\/\/chrigiz.wixsite.com\/gotohaneda\/post\/2016\/10\/04\/vade-retro-im-pilgerschrift-durch-westeros"},"modified":"2026-09-04T10:42:20","modified_gmt":"2026-09-04T10:42:20","slug":"vade-retro-im-pilgerschrift-durch-westeros","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gotohaneda.com\/?p=48","title":{"rendered":"Vade Retro: Im Pilgerschrift durch &#8220;Minecraft&#8221;-Westeros"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter is-resized has-custom-border\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/gotohaneda.com\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/dd22cb_5ef0bb7e25e543c982ca49a7c7045427mv2.png\" alt=\"\" style=\"border-top-left-radius:22px;border-top-right-radius:22px;border-bottom-left-radius:22px;border-bottom-right-radius:22px;width:600px;height:auto\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\n      <strong>ESSAY\/EXPERIMENT, in dem ich selbstzerst\u00f6rerisch einen Abend lang im Pilgerschritt durch eine Minecraft-Umsetzung der Welt von Game of Thrones wandere.<\/strong>\n    <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zwei Schritte nach vorn, ein Schritt zur\u00fcck: Die Wallfahrt im so genannten \u201ePilgerschritt\u201c ist nicht nur eine meditative \u00dcbung in asketischer Zerm\u00fcrbung, sondern auch ein grenzmasochistisches Spiel. Ich habe mich entschieden mitzuspielen &#8212; und im l\u00e4ngsten Minecraft-Abend seines Lebens erfahren, warum vor der Losung \u201eVade Retro\u201c sogar D\u00e4monen zur\u00fcckschrecken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Pilgerreise im Pilgerschritt ist, wenn man so will, das perfideste Spiel des Mittelalters: umrissen durch klare Regeln (vorw\u00e4rts, vorw\u00e4rts, r\u00fcckw\u00e4rts), ein klares Ziel (Jerusalem, or bust!) und den denkbar deutlichsten win state: religi\u00f6se Ekstase oder Verrecken irgendwo am Wegesrand?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Vorstellung, dass tats\u00e4chlich jemand derart irrlichternd nach Rom, Santiago de Compostella oder auch nur Einsiedeln gelangt w\u00e4re, ist zwar popul\u00e4rer Humbug. In einer Zeit, in der der Glanz r\u00f6mischer Prachtstrassen von Dreck und Kot verschluckt worden war und Sicherheit h\u00f6chstens in den engen Grenzen von Stadtmauern wartete, konnte ohnehin jeder zur\u00fcckgelegte Kilometer in die Waagschale gegen die S\u00fcnde geworfen werden. Der sprichw\u00f6rtliche Pilgerschritt hat, falls \u00fcberhaupt, seinen Ursprung in kurzen Prozessionen oder T\u00e4nzen, nicht jedoch in der Wanderung in ferne L\u00e4nder mit Muschelhut und Blasen in blutigen Schuhen, die noch f\u00fcnfhundert Jahre auf die Erfindung des Wortes \u201eergonomisch\u201c warten mussten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Pilgerfahrt nach den Regeln dieses widernat\u00fcrlichen Spiels w\u00e4re damals unsinnig gewesen, und unm\u00f6glich. Gl\u00fccklicherweise gibt es heute ein Medium, das sich dem Unsinnigen und Unm\u00f6glichen verschrieben hat: Computerspiele erlauben es uns, die Grenzen unserer kr\u00e4nkelnden K\u00f6rper hinter uns zu lassen. Sie erm\u00f6glichen es uns, radikalen Ernst mit dem Klischee zu machen und vorw\u00e4rts, vorw\u00e4rts, r\u00fcckw\u00e4rts unserem Ziel entgegen zu pilgern \u2013 wenn nicht der Erl\u00f6sung, so zumindest einer Erfahrung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Problem dabei: Auch wenn der Begriff \u201eWalking Simulator\u201c unl\u00e4ngst Karriere gemacht hat, sind Spiele furchtbar schlecht darin, Wandern zu simulieren \u2013 sie denken Bewegung nicht in diskreten Schritten, sondern in einer fortgesetzten Bewegung. Wo nicht ein einzelner Schritt gemacht werden kann, etwa durch einen einzelnen Anschlag der \u201eW\u201c-Taste, da kann auch keine Wanderung im Pilgerschritt in Gang kommen. Nun gut &#8211; beschwerliche Reisevorbereitungen geh\u00f6ren zu einer Pilgerreise. Im Mittelalter verkauften Pilger ihren Grundbesitz verkaufen, um ihre Reise zu finanzieren, und der moderne Pilger muss laufen lernen. Ein fairer Tausch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Lehrmeister heisst AutoHotkey, ein Programm, das alle grobschl\u00e4chtigen Befehle in grazile Bewegungen \u00fcbersetzt. Dieses Aussenbordhirn sagt dem tumben K\u00f6rper, dass jeder Druck auf \u201eW\u201c tats\u00e4chlich meint, dass die \u201eW\u201c-Taste eine halben Sekunde lang gedr\u00fcckt gehalten wird, dann noch einmal, und gleich im Anschluss daran die \u201eS\u201c-Taste. Unelegant, torkelnd, aber funktional: Schritte werden gemacht, und es geht vorw\u00e4rts (und zur\u00fcck). Bleibt nur noch die Frage nach dem Ziel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gesucht wird eine Welt, die gross genug ist, um das gehemmte Vorankommen als Leiden zu empfinden. Eine Welt, deren Landmarken grossartig genug sind, dass der Wunsch, bei ihnen anzukommen, Stunden monotonen Weges aufwiegen kann. Die Antwort gibt: *Minecraft. Zwar gibt es keine *Minecraft-Welt mit Jerusalem in ihrem Herzen, aber es gibt eine, in der Herzen offen in Ausschnitten feilgeboten und pochend aus der Brust geschnitten werden: *Westeroscraft, die schwindelerregende Rekonstruktion von George R. R. Martins *Song of Ice and Fire-Schaupl\u00e4tzen. An heiligen St\u00e4tten sind diese unseligen Lande zwar arm, aber eine Reise von Dreadfort nach Winterfell erf\u00fcllt den Zweck: Weg von einer Festung, deren Bewohner sich als Banner einen geh\u00e4uteten Mann gew\u00e4hlt haben, immer westw\u00e4rts, hin zu einem Schloss, das als letzte Bastion starrk\u00f6pfigen Edelmutes in einer dekadenten Welt gilt. Gut genug f\u00fcr diesen Pilger, und diese Reise.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Erste, was Ank\u00f6mmlinge in Dreadfort zu sehen bekommen, ist ein Richtblock samt Fleischerbeil und abgetrennten K\u00f6pfen. Der Wind weht ohrenbet\u00e4ubend um eine verdrehte Ruine, die offenbar noch nicht vollst\u00e4ndig errichtet wurden von den *Westeroscraft-Demiurgen. Nachdem ich mich von einer Zinne geworfen habe, um dieser verkehrten Ruine ohne erkennbare Ein- und Ausg\u00e4nge zu entkommen, habe ich meine erste Begegnung am Wegesrand. Es ist mittlerweile Nacht geworden \u2013 im Mittelalter die Zeit der W\u00f6lfe und der Halsabschneider, die auf den Pilgerwegen einen Strom schutzloser Wanderer mit gef\u00fcllten Geldbeuteln nur abzuwarten brauchten. Die Gestalt scheint dieser Tradition zu folgen und deckt mich mit Pfeilen ein. Ich versuche, die Flucht anzutreten, aber werde zur\u00fcckgeworfen, Mal um Mal. Mit dem Mut der Verzweiflung lerne ich, dass ich die Regeln beugen kann, indem ich mich seitw\u00e4rts bewege, doch als ich derart kopflos nach links und rechts schlenkere, bemerke ich, wie sich eine gr\u00fcne Gestalt dem Verfolger angeschlossen hat. Ich weiss: wenn sie zu mir aufschliesst, bin ich tot\u2026 im Pilgerschritt vor einem Suizidbomber wegzurennen \u2013 auch eine Definition von Angst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Augenwinkel erkenne ich eine Br\u00fccke, die von der Festung wegf\u00fchrt, und halte darauf zu. Bogensch\u00fctzen, Riesenspinnen und Creeper folgen mir. Doch ihre Pfeile prallen an mir ab, ihre Z\u00fcndschnur z\u00fcndet nicht. Vielleicht haben sie mich an meinen Pilgerinsignien erkannt und befolgen das Gebot, mich zu verschonen, vielleicht stehe ich unter g\u00f6ttlichem Schutz \u2013 unerheblich, die Verfolger haben sich gewandelt von einer Bedrohung zur Begleitung. Wir wandern voran, langsam, bis in unserem R\u00fccken die Sonne aufgeht, und meine Begleiter in Flammen. Offensichtlich ist nicht jeder f\u00fcrs Pilgern gemacht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Flammentod ist ein vergleichsweise gn\u00e4diges Schicksal. Die Sache mit *Westeroscraft ist n\u00e4mlich die, dass detailversessen alle Orte nachgebildet werden, die George R.R. Martin beschrieben hat. Die Sache mit der Literatur ist aber die, dass sie nur das zu beschreiben braucht, was f\u00fcr die Handlung relevant ist. Das Computerspiel hat diesen Luxus nicht, weshalb die Leerstellen zwischen den Landmarken von einem Algorithmus gef\u00fcllt werden, und Algorithmen f\u00fchlen keine Monotonie. Diesen Luxus habe ich nicht. Nach zwanzig Minuten Wandern beginnt jeder Schritt schwer zu fallen und die Minikarte, die mein unentschlossenes Vorw\u00e4rtsstreben peinlich pr\u00e4zise dokumentiert, wird zur Zumutung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine der bemerkenswertesten Karten Roms richtet sich an Pilger und besteht lediglich aus W\u00f6rtern auf einem Blatt Papier, die links und rechts einer vertikalen Achse angeordnet sind. Die Achse repr\u00e4sentiert die Via Sacra, der entlang der Leser gehen muss, um jeweils links und rechts von ihm in der angegebenen Reihenfolge die Dinge zu sehen, deren Namen auf dem Papier stehen. W\u00fcrde ich eine solche Karte meiner Pilgerreise zeichnen, w\u00fcrde sie ungef\u00e4hr so aussehen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gras Gras Gras Gras Baum Gras Gras Gras<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die N\u00e4chte bringen Gesellschaft, aber keine Abwechslung. Bogensch\u00fctzen, Creeper und Spinnen zischen und Grunzen hinter mir in einer Endlosschleife, die zerm\u00fcrbender wirkt als die ereignislosen Kilometer. Der Wunsch, sie zu Tode zu pr\u00fcgeln, stirbt in der unertr\u00e4glichen Vorstellung, mich zu verirren und meinen Weg dadurch zu verl\u00e4ngern. Ich akzeptiere. Ich trage mein Kreuz. Und ich komme voran, irgendwie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Strasse ist eine gottverdammte L\u00fcge. Auf der \u00dcbersichtskarte von *Westeroscraft f\u00fchrt sie, klar erkennbar, von meinem Ausgangs- zu meinem Zielpunkt, doch um mich ist nur Landschaftsger\u00fcmpel. Und f\u00fcr einen Pilger wird in der Block-Welt von *Minecraft jede Unebenheit zu einer Stufe auf der Treppe in die H\u00f6lle: Einen Schritt Anlauf, einen Block hoch, und denselben Block wieder zur\u00fcck, endlos. Ich kann mir nicht anders helfen: ich bewege mich in der h\u00fcgeligen Landschaft wie ein Besoffener auf Glatteis, nehme Anlauf, wuchte ich mich h\u00fcpfend hoch, schwanke nach rechts oder links, und taste mich voran.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach vierzig Minuten Marsch ist Winterfell bedeutungslos geworden, ein fernes Echo. Ziele m\u00fcssen kleiner werden, um \u00fcberhaupt noch fassbar zu sein: der Punkt, an dem ich wieder die Strasse kreuze. Der Fluss, der die H\u00e4lfte des Weges markiert. Dieser Baum dort dr\u00fcben. Der n\u00e4chste Schritt. Und der n\u00e4chste.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich h\u00f6re Rauschen in der Ferne, ich m\u00f6chte rennen, ich kann es nicht. Als endlich der Fluss kommt, und mit ihm die H\u00e4lfte des Weges, bringt er Verzweiflung: Die Br\u00fccke, die da sein m\u00fcsste, und mit ihr die Strasse: es gibt sie nicht. Der Schatten eines Gedankens: Was, wenn es auch Winterfell nicht gibt? Doch ich muss weitermachen, muss auf die andere Seite. Ich n\u00e4here mich dem Fluss, im Kopf die unsinnige Vorstellung, dass ich vielleicht \u00fcber das Wasser gehen kann, und sinke wie ein Stein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Meine Reise endet nicht, wie die so vieler Pilger vor mir, am Grund eines Flusses. Ich habe das *Minecraft-Ertrinken durchgemacht, die erstickenden Ger\u00e4usche, den Countdown und\u2026 nichts. Nichts kann mich umbringen. Ich bin weiter gegangen, ans andere Ufer, auf dem nichts anders war: Gr\u00e4ser, B\u00e4ume. Ich bin unterwegs, seit mehr als einer Stunde schon, und die Zeit wird bleiern. Vorw\u00e4rts, vorw\u00e4rts, r\u00fcckw\u00e4rts.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Himmel ist gigantisch, und mit ihm die Sonne. Ich hasse sie, und ich liebe sie: sie ist der sch\u00f6nste Anblick des Tages, der letzte Rest Einmaligkeit. Ich hasse sie, denn mit ihr kommt die Nacht, und die Erkenntnis, dass ich nicht weiter gekommen bin als bis hier. Die Sonne versinkt und ich frage mich: Gibt es keine Himmelsrichtung westlicher als Westen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trost der Mathematik: Ich wandere nicht mehr zu Orten, ich wandere zu Koordinaten: Winterfell = -1500. Die Zahlen \u00fcber der Karte schrumpfen, langsam, aber unaufhaltsam, und mein Elend schrumpft mit: 1500. 1000. 500. Der Nullpunkt kommt und geht. Er f\u00fchlt sich nach nichts an, nicht einmal Triumph.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Strasse??? Sie existiert?! Wieso, wieso hier? Ich nehme sie, ich kann nicht anders, und ich komme voran, etwas schneller nur. Ich f\u00fchle mich betrogen um die Zeit, die ich in der Wildnis verschwendet habe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Strasse ist schlimmer als die Wildnis. Es gibt nichts zu tun, ausser vorw\u00e4rts zu gehen, dem ewig fernen Horizont entgegen. Ich schliesse die Augen, und beruhige mich\u2026 Im Ger\u00e4usch der Schritte ist nicht vernehmbar, ob sie zur\u00fcck oder nach vorne f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich w\u00fcrde den Creeper hinter mir als Todesboten nehmen, wenn es einen Tod g\u00e4be. Ich w\u00fcrde willig jedes Geb\u00e4ude als Winterfell missverstehen, wenn es Geb\u00e4ude g\u00e4be.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Koordinatenuhr zeigt -500, und ich b\u00e4ume mich ein letztes Mal auf, ich bin der sohn des feuerhengstes, common and try to stop me, assholes!!!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die leise Entt\u00e4uschung\u2026 auf einem H\u00fcgel, nach zweieinhalb Stunden Wanderung, 300 Koordinatenpunkte weg von Winterfell, und die Nacht bricht herein. Ich wollte am Tag ankommen, triumphal, den Glanz Winterfells im Auge. Die leise Hoffnung, dass es wenigstens Fackeln geben wird, die von Ferne zu sehen sind, Ger\u00e4usche, Musik\u2026 doch ich h\u00f6re nichts. Ich sehe: nichts.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die verst\u00f6rendste Geschichte in den Tausendundeine N\u00e4chten erz\u00e4hlt von Abdallah, einem bettelarmen Fischer, der eines Tages einen Meermann in seinem Netz findet und ihm das Leben schenkt. Nachdem die beiden Freunde geworden sind, l\u00e4dt ihn der Meermann ein, sein Reich unter den Wellen zu besuchen. Abdallah willigt ein und erkundet die Wunder unter der Meeresoberfl\u00e4che, bevor ihn das Heimweh bald zur\u00fcck ans Land treibt. Als er zu seiner Familie gehen will, kann er sein Haus nicht mehr finden, ja nicht einmal die H\u00e4user der nahen Stadt. Ein alter Mann am Strassenrand erkl\u00e4rt ihm, dass diese Stadt vor zig Jahren untergegangen sei, und l\u00e4ngst niemand mehr hier lebe, ausser ihm. Abdallah versteht, dass mit jedem Tag, den er im Meer verbracht hat, Dutzende Jahre vergingen in der Welt, die er kannte, und rennt zur\u00fcck zum Meer, doch seine Rufe verhallen ungeh\u00f6rt. Abdallah ist angekommen, am richtigen Ort, und hat alle \u00fcberlebt, die er kannte und liebte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Winterfell. Winterfell ist nicht da. Nur ein Loch, wo mein Herz sein sollte. Nur ein Loch. Die Bef\u00fcrchtungen, an die ich nicht glauben wollte, um nicht zu verzweifeln, sie werden Gewissheit: Dass hier ist nicht das *Westeroscraft. Es ist lediglich ein Test-Server. Winterfell existiert hier nicht, hat nie existiert. Jeder Schritt war einer in den Irrtum, meine Pilgerreise eine ohne Ziel. Ich bin gebrochen, und endlich bereit, allen Regeln zu brechen, \u00f6ffne die Entwickler-Konsole und tippe: warp\/winterfell. Der Gott, den es nicht gibt, ignoriert meinen Wunsch und setzt mich aus \u00fcber einem Ozean. Ich tue, was von mir erwartet wird, und tauche ab unter die Wellen. Vorw\u00e4rts, vorw\u00e4rts. Kein Zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Essay erschien urspr\u00fcnglich<a href=\"http:\/\/wasd-magazin.de\/\"> im WASD-Magazin<\/a>.\n <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">  <br>\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ESSAY\/EXPERIMENT, in dem ich selbstzerst\u00f6rerisch einen Abend lang im Pilgerschritt durch eine Minecraft-Umsetzung der Welt von Game of Thrones wandere.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":577,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-48","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-games"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gotohaneda.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/48","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/gotohaneda.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gotohaneda.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gotohaneda.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gotohaneda.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=48"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/gotohaneda.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/48\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":728,"href":"https:\/\/gotohaneda.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/48\/revisions\/728"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gotohaneda.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/577"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gotohaneda.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=48"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gotohaneda.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=48"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gotohaneda.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=48"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}